Welt-Hepatitis-Tag: Hepatitis und HIV vereint bekämpfen

Hepatitis B und C sind tödliche Infektionskrankheiten: Jedes Jahr sterben in der Schweiz 200 Personen an einer viralen Hepatitis. Die Schweizer Hepatitis-Strategie hat - wie die Weltgesundheitsorganisation WHO – zum Ziel, Hepatitis bis 2030 zu eliminieren. Mit einem nationalen Programm für sexuell und durch Blut übertragbare Krankheiten kann das gelingen.

Hepatitis B und C gehören zu den wichtigsten Ursachen für Lebertransplantationen und Leberkrebs. Mindestens 200 Menschen sterben jedes Jahr an einer viralen Hepatitis. Schätzungsweise ein Drittel der Personen, die mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert sind, weiss nichts von der eigenen Infektion.

Gleichzeitig haben wir alle Instrumente in der Hand, um diese Krankheiten wirksam zu bekämpfen: Gegen Hepatitis B schützt eine Impfung; die Hepatitis-C-Therapien der neuesten Generation führen in den allermeisten Fällen zur Heilung.

Es braucht mehr Anstrengungen

Aktuell wendet die öffentliche Hand 300'000 Franken und 110 Stellenprozente pro Jahr für die Bekämpfung von viraler Hepatitis auf, wie aus einer Antwort des Bundesrats auf einen politischen Vorstoss im Ständerat hervorgeht. Dies ist sehr wenig, angesichts der grossen Lücken, die nach wie vor bei der Versorgung vorhanden sind: Das Wissen über die möglichen gravierenden Folgen und die Therapiemöglichkeiten ist im medizinischen Setting, aber auch bei den Patientinnen und Patienten, gering. Die Hepatitis-B-Impfrate ist regional sehr unterschiedlich und nach wie vor ungenügend.

Es wurden in den letzten Jahren aber auch Schritte in die richtige Richtung unternommen: Heute werden allen Personen mit einer chronischen Hepatitis C die Kosten der heilenden Medikamente vergütet. Neue Impfempfehlungen zu Hepatitis B bei Neugeborenen sollen die Durchimpfungsrate in der Schweiz steigern.

Trotzdem braucht es mehr: Damit die Eliminationsziele der Weltgesundheitsorganisation WHO erreicht werden können, muss das Wissen über virale Hepatitis bei den Risikogruppen, bei den medizinischen Fachleuten und in der Allgemeinbevölkerung verbessert werden. Um dies zu erreichen, braucht es eine kohärente und umfassende Eliminationsstrategie.

Programm sexuell und durch Blut übertragbare Krankheiten

Virale Hepatitis weist – neben Unterschieden – sehr viele Gemeinsamkeiten mit HIV auf: beide Infektionskrankheiten werden sexuell und via Blut übertragen; es sind in etwa dieselben Bevölkerungsgruppen in besonderem Masse betroffen; die gleichen Akteure bekämpfen heute schon diese Krankheiten.

Aus diesem Grund schlägt Hepatitis Schweiz vor, ein gemeinsames nationales Programm HIV und Hepatitis zu entwickeln. Ein solches «Programm für sexuell und durch Blut übertragbare Krankheiten» würde es uns erlauben, die Kräfte zu bündeln und HIV sowie Hepatitis zu eliminieren. Das aktuelle nationale Programm HIV und sexuell übertragbare Krankheiten läuft 2021 aus, die Vorbereitungen für das Nachfolgeprogramm sind jetzt im Gange. 

Mit der Einbindung von Hepatitis in das HIV-Nachfolgeprogramm könnten Ressourcen effizienter eingesetzt werden. Damit haben wir die einmalige Chance, die Folgen dieser gefährlichen Infektionskrankheiten drastisch zu reduzieren.

Auskunft:

Bettina Maeschli, Geschäftsführerin Hepatitis Schweiz, E-Mail: bettina.maeschli@hepatitis-schweiz.ch, Tel: 076 412 33 35

____________________________________________________________________________________________________

Der Welt-Hepatitis-Tag

Der Welt-Hepatitis-Tag wurde erstmals am 28. Juli 2011 von der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgerufen. 1.34 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen einer Hepatitis B oder C. Das sind mehr Todesfälle, als HIV, Tuberkulose oder Malaria verursachen.

Der Tag ist einer von acht WHO-Gedenktagen, die einem Thema der öffentlichen Gesundheit gewidmet ist. Er soll dazu dienen, einer Krankheit, die trotz der hohen Zahl von Todesfällen kaum im Fokus der Öffentlichkeit steht, zu mehr Beachtung zu verhelfen. Damit mehr Menschen sich testen lassen und behandelt werden können. Das Motto des diesjährigen internationalen Welt-Hepatitis-Tags lautet denn auch: «Hepatitis: Find the Missing Millions» und macht darauf aufmerksam, dass die grosse Mehrheit der Betroffenen nichts von der eigenen Infektion weiss.

www.worldhepatitisday.org

Go back