Wir müssen anders testen

Schätzungsweise ein Drittel der Hepatitis-C-Betroffenen ist heute nicht getestet und weiss nichts von der eigenen Infektion. Das zeigt: Es braucht bessere Test-Strategien. Das Bundesamt für Gesundheit hat in einem Modell verschiedene Screening-Strategien rechnen lassen.

Die Resultate zeigen: Alternative Screening-Strategien wie das Screening der besonders betroffenen Jahrgänge («Geburtenjahrgangsscreening») oder das Testen auf Hepatitis C aller Personen einmal im Leben («Universal Screening», s. Bild unten) senkt die Anzahl von infizierten Personen in der Bevölkerung rascher als die herkömmliche Strategie, die auf Risikogruppen abzielt (s. "Baseline Szenario" unten).

Hepatitis C Screening strategies, baseline vs. universal screening

Die Modellstudie beantwortet keine Fragen zur Kosteneffizienz der alternativen Teststrategien. Doch es gibt Studien aus dem Ausland, wie zum Beispiel aus Frankreich, die zeigen, dass Screening-Strategien wie universelles Screening oder das Geburtsjahrgangsscreening kosteneffizient sind.

Zur Entwicklung der Mortalität lässt sich aufgrund des Modells kaum etwas sagen. Die Datenlage zur Mortalität ist sehr schwach, die Beobachtungsdauer zu kurz. Es gibt Evidenz aus Australien, wo die Sterberate aufgrund von Hepatitis C um 20 Prozent zurückgegangen ist, seit konsequent getestet und behandelt wird. Eine französische Studie zeigte ebenfalls einen Effekt.

Die Autoren schreiben, dass die aktuelle Teststrategie mit einer Beschränkung der Testempfehlung auf Risikogruppen ungenügend ist. Allerdings brauche es mehr Wissen über die noch unbehandelte Population.

Hepatitis Schweiz lanciert in Kürze eine Studie, die die Machbarkeit von alternativen Teststrategien wie Geburtenkohorten-Screening, insbesondere beim Hausarzt, zeigen soll. Zuletzt entscheidet die Machbarkeit, wie effizient eine Teststrategie tatsächlich ist.

Zur Studie Impact of Screening and Treatment for HCV Infection in Switzerland (Zusammenfassung)
Zum BAG-Kommentar und der ausführlichen Studie

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