Motion im Ständerat: Hepatitis soll in das nationale HIV-Programm integriert werden

Heute wurde die Bundesratsantwort auf die Interpellation von Ständerat Damian Müller zu den Mitteln, die der Bund im Kampf gegen Hepatitis einsetzt, im Rat diskutiert. Der Tenor war klar: Die verfügbaren Mittel reichen keinesfalls aus.

200 Todesopfer fordert Hepatitis C jedes Jahr, das sind gleich viele Personen, wie im Verkehr sterben. Jeder Todesfall ist einer zu viel. Denn Hepatitis C lässt sich heute einfach diagnostizieren, behandeln und in über 96 Prozent der Fälle auch heilen. Trotzdem wirft der Bund nur 300'000 Franken im Jahr für den Kampf gegen diese gefährliche Infektionskrankheit auf.

Neben Leberkrebs und anderen schweren Lebererkrankungen, die zum Tod führen können, leiden Betroffene auch an weiteren chronischen Krankheiten wie Diabetes oder weiteren Krebserkrankungen. Oder unter starker Müdigkeit, die sie in ihrer Arbeitsfähigkeit einschränken kann. Internationale und nationale Richtlinien empfehlen deshalb, alle Personen mit einer chronischen Hepatitis C zu testen und zu behandeln.

Die Situation ist in der Schweiz mehr als unbefriedigend. 40'000 Menschen leben mit der Infektion in unserem Land, nur wenige lassen sich jedes Jahr behandeln. Ein Drittel der Betroffenen weiss nichts von der Infektion. Trotzdem wollen unsere Behörden den Kampf gegen Hepatitis nicht verstärken.

Hepatitis Schweiz begrüsst deshalb die Ankündigung von Ständerat Damian Müller, eine Motion einzureichen, die die Integration von Hepatitis in das nationale HIV-Programm fordert. Der Ansatz, den Kampf gegen virale Hepatitis in einem bestehenden nationalen Programm zu verankern, ist richtig. Das Nachfolgeprogramm des nationalen Programms HIV und sexuell übertragbare Krankheiten bietet sich dazu fast idealerweise an. Die Überschneidungen bei den Übertragungswegen und besonders betroffenen Bevölkerungsgruppen sind bei Hepatitis und HIV gross, viele Akteure im HIV-Feld beschäftigen sich auch mit Hepatitis.

Wir schaffen so eine Win-win-Situation und können – mit effizientem Ressourceneinsatz – auf einen Schlag zwei gefährliche Infektionskrankheiten eliminieren.

Hepatitis Schweiz hofft, dass diese innovative Idee auch beim Bundesrat auf offene Ohren stösst.

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