Kaum Mittel für die Bekämpfung von viraler Hepatitis

Die Antwort des Bundesrats auf eine Interpellation von Ständerat Damian Müller zur Ressourcen der öffentlichen Hand für den Kampf gegen Hepatitis erstaunt: Dem Bund stehen jährlich nur 300'000 Franken für den Kampf gegen virale Hepatitis zur Verfügung, an personellen Ressourcen steht eine Vollzeitstelle bereit. Dies notabene für die Bekämpfung einer Krankheit, die jedes Jahr über 200 Todesopfer fordert – das sind gleiche viele Opfer wie der Strassenverkehr verursacht – und das Gesundheitswesen mit Millionen von Franken an Folgekosten belastet.

In seiner Antwort gibt sich der Bundesrat mit gleichbleibenden Zahlen von gravierenden Folgeerkrankungen – wie Leberzirrhose und Leberkrebs – und Todesfällen aufgrund von Hepatitis B und C zufrieden, obwohl jeder einzelne Todesfall verhindert werden könnte. Denn Hepatitis C ist heute einfach heilbar. Gegen Hepatitis B schützt eine Impfung.

Dass die Elimination von Hepatitis mit den heutigen Massnahmen erreicht werden kann, wie der Bundesrat in der Antwort ausführt, ist wissenschaftlich widerlegt, dies zeigt eine aktuelle Studie.

Die Belastung des Gesundheitswesens durch Hepatitis erfolgt durch die Folgeerkrankungen, nicht durch Neuansteckungen. Deshalb müsste der Fokus auch prioritär auf der Verhinderung der Folgen und nicht wie vom Bundesrat aufgeführt nur auf der Verhinderung von Übertragungen liegen.

Hepatitis kann eliminiert werden. Wir fordern eine gemeinsame Bekämpfung von HIV, Geschlechtskrankheiten und viraler Hepatitis. Dazu braucht es ein gemeinsames nationales Programm und vergleichbare Mittel.

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