Hepatitis soll in das nationale HIV-Programm integriert werden

Bern/Zürich, 12. September 2019. Heute hat der Ständerat eine Motion angenommen, die die Integration von Hepatitis in das nächste nationale HIV-Programm fordert. Im Vorfeld hat der Bundesrat den Vorstoss von Ständerat Damian Müller zur Annahme empfohlen. Hepatitis Schweiz begrüsst diesen Entscheid, ist dies doch ein grosser Schritt in Richtung Elimination dieser gefährlichen Infektionskrankheit.

80'000 Menschen leben mit Hepatitis B oder C in unserem Land, nur wenige lassen sich jedes Jahr behandeln. Viele der Betroffenen wissen nichts von der Infektion. 200 Todesopfer fordert virale Hepatitis jedes Jahr, das sind gleich viele Personen, wie im Verkehr sterben. Jeder Todesfall ist einer zu viel. Denn gegen Hepatitis B schützt eine wirksame Impfung; Hepatitis C lässt sich heute einfach diagnostizieren, behandeln und in über 95 Prozent der Fälle auch heilen.

Wie aus der bundesrätlichen Antwort aus einem früheren Vorstoss hervorgeht, wirft der Bund nur 300'000 Franken im Jahr für den Kampf gegen diese gefährliche Infektionskrankheit auf. Zu wenig, um Hepatitis wirksam zu bekämpfen. Jetzt besteht die Chance, dass sich das ändert. Das nationale Programm HIV und sexuell übertragbare Krankheiten läuft 2021 aus. Die Integration von viraler Hepatitis ins nächste Programm bietet sich an: denn die Überschneidungen bei den Übertragungswegen und besonders betroffenen Bevölkerungsgruppen sind bei Hepatitis und HIV gross. Die Koordination der Massnahmen zusammen mit einem effizienten Ressourceneinsatz wird es ermöglichen, Hepatitis und HIV zu eliminieren.

Bettina Maeschli, Geschäftsführerin Hepatitis Schweiz, E-Mail: bettina.maeschli@hepatitis-schweiz.ch, Tel: 076 412 33 35

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