World Hepatitis Summit 2017 – Ein Rückblick


Ägypten, Australien, Brasilien, Deutschland, Georgien, Island, Japan, die Niederlande und Katar – das sind die 9 Länder, die auf dem Weg zur Elimination von Hepatitis bis 2030 sind. Das zeigen Daten, die am World Hepatitis Summit, der am Freitag zu Ende ging, vorgestellt wurden.

 

Wie kann das Eliminationsziel der WHO erreicht werden? Das war die Frage, welche die über 900 Delegierten, Regierungsvertreter und NGOs, aus 110 Ländern in Sao Paulo, Brasilien, am 2. Welt-Hepatitis-Gipfel beschäftigte.

 

Weltweit sind heute über 300 Millionen Menschen mit Hepatitis B oder C infiziert. Über eine Million Menschen sterben jährlich an einer viralen Hepatitis. Die WHO will virale Hepatitis bis 2030 eliminieren, das heisst konkret: 90 Prozent Reduktion neuer Infektionen mit Hepatitis B und Hepatitis C, 65 Prozent Reduktion der Todesfälle aufgrund von Hepatitis B und Hepatitis C, und 80 der Personen mit Hepatitis B oder C erhalten eine Therapie.

 

Die wichtigsten Erkenntnisse an der Konferenz:

- Viel wurde erreicht in den letzten zwei Jahren, der Weg zur Elimination ist aber noch lang.

- Teststrategien: Während in der Prävention laufend Fortschritte gemacht werden, bleiben zu viele Personen ungetestet. Es gilt dringend, mehr Personen zu diagnostizieren, damit sie behandelt werden können. 

- Aktionspläne. Bisher haben 82 Länder einen Aktionsplan zu viraler Hepatitis entwickelt, doch nur ein Drittel dieser ist mit einem Budget ausgestattet.

- Preise der Hepatitis-C-Therapien: Obwohl die Preise in den letzten Jahren rasch fielen und in vielen der einkommensschwachen Ländern inzwischen Generika zugelassen sind, sind auch die oft nicht zahlbar.

- Preise der Hepatitis-B-Therapien: Auch diese sind oft noch zu hoch, vor allem für einkommensschwache Länder.

- Finanzierung: Die grossen Geldgeber, wie wir sie bei HIV haben, fehlen. Es wurde von „Donor Fatigue“ gesprochen. Es müssen neue innovative Wege gesucht werden. Beispielsweise finanzielle Mittel aus der Krebsbekämpfung für die Prävention von Leberkrebs.

- Integration der Dienstleistungen: Es sollten bestehende Strukturen und Kanäle, die zum Beispiel für die Prävention und Versorgung von HIV-Patienten aufgebaut wurden, genutzt werden.

- Zugang zu den Medikamenten: Immer mehr Länder ermöglichen einen unlimitierten Zugang zu den Hepatitis-C-Medikamenten, das ist erfreulich. Doch: Nur mit dem Zugang allein ist die Elimination nicht möglich.

- Die wichtigsten Hürden im Kampf gegen virale Hepatitis sind: Zu wenig Awareness, zu wenig Wissen, Stigma und Diskriminierung.

 

Was lernen wir für die Schweiz? Die Schweiz hat seit dem 1. Oktober den Zugang zu den Hepatitis-C-Medikamente als eines von nur fünf Ländern in Europa (die anderen sind Deutschland, Frankreich, Portugal und Spanien). Doch das reicht nicht, um an der vordersten Front der Bekämpfung von viraler Hepatitis zu sein. Es braucht ebenfalls wirksame Teststrategien und einen klaren Plan, wie wir die betroffenen Personen finden, diagnostizieren und einer Behandlung zu führen kann.

 

Wir arbeiten daran, dass die Schweiz in zwei Jahren an einer nächsten Konferenz ebenfalls als „Champion“-Land aufgeführt wird.


Charles Gore, abtretender Präsident der World Hepatitis Alliance, stärkt die Stimme der Patienten

 

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