Unser Kommentar zur gestrigen Puls-Sendung: Hepatitis C ist weder Herpes noch Krebs

Die gestrige Puls-Sendung liess den Eindruck zurück, dass einige Akteure wenig mit der Krankheit Hepatitis C vertraut sind. Eine chronische Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus ist eine Erkrankung und gehört aus medizinischer Sicht behandelt. Aus diesem Grund ist es auch begrüssenswert, dass die Therapien nun für alle zur Verfügung stehen.

 

Hepatitis C ist nicht vergleichbar mit einem Herpes-Virus, mit dem man gut leben kann. Eine chronische Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus ist eine systemische Erkrankung, die fast alle Organe des Körpers betreffen kann. Unabhängig von einem Leberschaden haben Patienten, die mit diesem Virus infiziert sind, ein höheres Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen. Zudem ist ständige Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit eine häufige Begleiterscheinung. Die Evidenz, dass sich eine frühzeitige Behandlung lohnt, nimmt laufend zu.

 

Die im Beitrag gezeigte Ethikerin spricht von Überversorgung und Falschdiagnosen. Hepatitis-C-Screening ist aber nicht mit einem Screening nach Brust- oder Prostatakrebs zu vergleichen. Falschdiagnosen kommen praktisch nicht vor: Entweder man ist chronisch infiziert oder nicht. Die Behandlung danach ist auch einfach und führt in praktisch allen Fällen zur kompletten Heilung. Die Screening-Tests sind weder teuer noch aufwändig und können während eines regulären Hausarztbesuchs gemacht werden.

 

Fazit: Es herrscht nach wie vor viel Aufklärungsbedarf im Bereich Hepatitis C.

 

Link zur Sendung:

https://www.srf.ch/news/panorama/therapie-bei-hepatitis-c-geld-gegen-gesundheit

Zurück