Swiss Hepatitis Symposium 2017: Es bleibt noch viel zu tun

Am Mittwoch, 15. November, fand das diesjährige Symposium zu Hepatitis in Bern statt, dieses Mal mit dem Titel: “Moving Towards Elimination”. Im ersten Teil erhielten die knapp 70 Teilnehmenden einen Überblick über die wichtigsten klinischen Updates zu Hepatitis B, C und E. Die spannenden Vorträge zeigten: Es bewegt sich einiges, insbesondere auch wegen der rasanten Entwicklung der Therapien bei Hepatitis C. Doch hier bleibt noch viel zu tun: Die Behandlungskaskade, vom Test über die Diagnose bis zur Behandlung, ist nach wie vor ungünstig. Zu viele Patienten gehen auf dem Weg verloren und werden nicht geheilt. Bei Hepatitis B gibt es eine wirksame Impfung, doch erst 70 Prozent der Jugendlichen werden geimpft. Hepatitis B kann zwar – ähnlich wie HIV – behandelt werden, so dass die Virenlast unterdrückt werden kann. Doch bis zur Heilung ist der Weg noch lang.

Weiter hörten die Teilnehmenden, wie wichtig die Unterstützung von chronisch Infizierten durch andere Patienten sind: Der Schweizerische Hepatitis C Vereinigung, die sich auch für Hepatitis B öffnen will, stellte ihre Arbeit vor.

Im zweiten Teil stellte das BAG die neusten Zahlen zu Hepatitis B und C vor. Die Impflücken sollen zukünftig weiter geschlossen werden, wenn dank Mehrfachimpfstoffen mehr Säuglinge geimpft werden. Bei Hepatitis C ist dank der stufenweise Aufhebung der Rationierung der Therapien eine Zunahme der Behandlungen gegenüber 2016 von etwa 450 zu beobachten.

Prof. Marc Bourlière aus Marseille stellte die Situation in Frankreich vor. Der politische Wille für die Behandlung war schon im 2016 da. Die ANRS, eine Forschungsagentur, die ursprünglich für HIV gegründet, leitet heute die Erforschung von viraler Hepatitis. Der Output ist bemerkenswert. Eine Screening-Strategie ist noch nicht vorhanden, aber in Bearbeitung. Die Zahl der Hepatitis-C-Therapierten in Frankreich nimmt zu. Doch der Weg für die Elimination ist noch weit: Es fehlt an Awareness bei Ärzten, dem medizinischen Personal und in der Allgemeinbevölkerung. Es braucht besseres Screening und Diagnose. Und die Diagnostizierten müssen auch wirklich behandelt werden.

Fazit: Heute stehen heilende Therapien für Hepatitis C allen zur Verfügung. Für Hepatitis B gibt es eine Impfung und gute Medikamente. Trotz Fortschritten ist es noch ein weiter Weg zur Elimination. Es braucht gute Screeningkonzepte, es müssen mehr Personen diagnostiziert werden und diese müssen dann auch einer Behandlung zugeführt werden.

Dem Symposium ging ein Netzwerk-Meeting am Vormittag voraus. Erstmals war das Netzwerk Hepatitis-Strategie beim Bundesamt für Gesundheit zu Gast. Rund 30 Mitglieder des Netzwerks diskutierten den Stand der Umsetzung der Hepatitis-Strategie. Vier Flagship-Projekte wurden definiert, an denen in den nächsten Monaten schwerpunktmässig gearbeitet werden soll: Evaluation von Screening-Konzepten, Hausarzt-Trainings, Label „Hepatitis-Free“ sowie Follow-Up Treatment. Des Weiteren wurde beschlossen, sich an der Erarbeitung von Impfstrategien auf nationaler Eben zu beteiligen.

Wir danken den Sponsoren Abbvie, Arud, MSD und dem Bundesamt für Gesundheit für die Unterstützung.

Download der Präsentationen:

Beat Müllhaupt, University Hospital Zurich:
Hepatitis B and D - Update on clinical aspects (PDF)

Francesco Negro, University Hospital Geneva
Update on Hepatitis C
(PDF)

Darius Moradpour, University Hospital Lausanne
Hepatitis E
(PDF)

Christophe Boesiger, Swiss Hepatitis C Association
The Swiss HCV patients organization was founded by patients to help patients 
(PDF)

Christian Schaetti, Federal Office for Public Health
The Swiss Figures on Hepatitis
 (PDF)

Marc Bourlière, St. Joseph Hospital, Marseille (F)
The French national strategy : the way to universal access and elimination
 (PDF)

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