Hepatitis C: Der Preiskrieg auf Kosten der Betroffenen geht weiter

Medienmitteilung

Hepatitis C: Der Preiskrieg auf Kosten der Betroffenen geht weiter

Anfang Jahr wurde ein weiteres Medikament für die Behandlung einer chronischen Hepatitis C zugelassen. Wie jetzt bekannt wurde, ist die Zulassung auf ein Jahr befristet. Damit könnte gar die Versorgung gefährdet sein.

Per 1. Januar 2017 hat mit Epclusa ein weiteres Hepatitis-C-Medikament die Zulassung in der Schweiz erhalten. Wegen des hohen Preises von 60‘000 Franken hat das Bundesamt für Gesundheit BAG die Verschreibung des Medikaments, wie schon bei früheren Therapien, eingeschränkt. So ist das neue Medikament nur für Patientinnen und Patienten mit einer fortschreitenden Lebererkrankung erhältlich. Eine zusätzliche Hürde ist die Beschränkung auf einen Virentyp: Epclusa darf nur gegen den Genotyp 3 eingesetzt werden, obwohl es gegen alle sechs existierenden Virenvarianten wirken würde.

 Wie nun bekannt wurde, ist die Zulassung zudem bis Ende Jahr befristet. Bis dahin muss die Herstellerfirma Gilead das Medikament wieder neu beim BAG eingeben. Die Kassenzulässigkeit weiterer Medikamente laufen dieses Jahr aus: Für Harvoni im August, für Sovaldi im September.

 Die aktuelle Situation rund um die Hepatitis-C-Medikamente wird immer verworrener. Die zahlreichen Hürden in der Verschreibung führen dazu, dass der Zugang zu den Medikamenten erschwert wird. Zudem besteht die Gefahr, dass Medikamente plötzlich nicht mehr auf dem Markt sind. Nämlich dann, wenn sich BAG und die Firmen in den Verhandlungen nach Ablauf der Zulassungsfrist nicht einig werden.

Leidtragende sind die Patientinnen und Patienten. Schon heute weichen immer mehr Betroffene beispielsweise nach Indien aus. Sie kaufen Präparate, die in Lizenz hergestellt werden. Solche Therapien kosten um ein Vielfaches weniger. Allerdings müssen die Betroffenen die Medikamente selber berappen. Wer die etwa 1500 Franken nicht aufbringen kann, welche die Therapie kostet, muss weiter mit der Krankheit leben. Die Zweiklassenmedizin ist hier schon Realität.

Es ist dringend nötig, dass der unwürdige Preiskrieg zwischen BAG und Pharmaindustrie ein Ende findet. Hier sind beide Parteien gefragt: Es braucht eine von allen betroffenen Kreisen getragene, gemeinsame Strategie und tiefere Medikamentenpreise.

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