Corona: Empfehlungen für Leberkranke

Hepatitis Schweiz und die Fachgesellschaft der Leberspezialisten SASL haben Empfehlungen für Patienten mit chronischer Lebererkrankung sowie für lebertransplantierte Patienten während der SARS-CoV-2-Pandemie erarbeitet.

Hier geht es zu den häufigsten Fragen zur Leber und COVID-19-Erkrankung:

Ich habe eine chronische Lebererkrankung: Habe ich ein erhöhtes Risiko, einen schweren Verlauf zu erleiden?
Es ist unwahrscheinlich, dass eine SARS-CoV-2-Infektion einen relevanten Leberschaden verursacht. Falls eine Routinekontrolle in den nächsten Wochen bei Ihrem Leberspezialisten geplant ist, wenden Sie sich an ihn um zu erfahren, ob die Kontrolle notwendig ist, telefonisch erfolgen oder verschoben werden kann. Gleiches gilt für nicht dringliche Magen-/Darmspiegelungen oder Leberbiopsien.

Ich nehme immunsuppressive Medikamente (Medikamente, die das Abwehrsystem unterdrücken) ein: Soll ich die Therapie stoppen?
Nein! Bitte nehmen Sie Ihre Medikamente wie gewohnt ein ohne Änderung der Dosierung. Wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder an den Leberspezialisten, wenn Sie neue Symptome haben. Einige Daten legen nahe, dass eine Immunsuppression sogar einen gewissen Schutz bieten kann.

Ich hatte eine Lebertransplantation: Soll ich meine Therapie anpassen?
Nein! Bitte nehmen Sie Ihre Medikamente wie geplant ein ohne Änderung der Dosierung. Besuchen Sie nicht den Leberspezialisten oder den Hausarzt für Routinekontrollen sondern fragen Sie, ob eine telefonische Konsultation möglich ist. Erkundigen Sie sich bei ihrem Arzt, ob Sie gegen Influenza (Grippevirus) und Pneumokokken (Bakterium, das schwere Lungenentzündungen verursachen kann) geimpft sind.

Ich habe eine chronische Lebererkrankung: Kann ich Medikamente gegen COVID-19 einnehmen?
Nehmen Sie keine antiviralen Medikamente ein ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt/Leberspezialisten. Angebotene Medikamente (einschliesslich Alternativpräparate und pflanzliche Mittel) die im Internet oder über andere Quellen erhältlich sind, können ausgeprägte Nebenwirkungen haben und/oder gefährliche Wechselwirkungen mit Medikamenten verursachen, die Sie bereits einnehmen. Bei fortgeschrittener Lebererkrankung oder Leberzirrhose vermeiden Sie entzündungshemmende Medikamente/Schmerzmittel (genaue Bezeichnung nicht-steroidale Antirheumatika=NSAR, Handelsnamen z.B. Algifor, Irfen, Brufen, Mefenacid, Voltaren etc.). Die Einnahme von Paracetamol (Handelsnamen Dafalgan, Acetalgin) ist erlaubt, sollte aber die maximale Tagesdosis von 2 Gramm nicht überschreiten.

Ich habe Leberkrebs und nehme Krebsmedikamente ein: Kann ich meine Behandlung fortsetzen?
Ja. Solange keine wesentlichen Nebenwirkungen auftreten, können Sie mit der Therapie unverändert fortfahren.

Ist SARS-CoV-2 für Kinder mit Lebererkrankungen oder nach Lebertransplantation gefährlich?
Es gibt keine Hinweise, dass Kinder mit Lebererkrankungen anfälliger sind als gesunde Kinder. Im Allgemeinen haben Kinder mit SARS-CoV-2-Infektion nur sehr milde Beschwerden. Bei Erwachsenen wurde gezeigt, dass bei einer SARS-CoV-2-Infektion eine vorübergehende Erhöhung der Leberwerte auftreten kann, Daten bei Kindern liegen noch nicht vor. Generell kann bei Kindern jede virale Infektion zu einer vorübergehenden und harmlosen Leberwerterhöhung führen.

Die ausführlichen Empfehlungen finden Sie hier (PDF)

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