Hepatitis A

Es gibt keine antivirale Therapie und keine anderen Medikamente, um Hepatitis A zu behandeln. Manche Patienten haben keine Symptome, andere fühlen sich bei Bettruhe besser. Wer sich wohl fühlt, kann sich körperlich betätigen.

Eine ausgewogene, fettarme und kohlehydratreiche Ernährung und genügend Flüssigkeit helfen, die Leber zu schonen. Auf Alkohol und leberbelastende Medikamente sollte ganz verzichtet werden. Die Erkrankung klingt meist in wenigen Wochen von selbst ab. Hepatitis-A-Patienten sind nicht ansteckend, wenn die Regeln zur Händehygiene bei der Pflege und beim Körperkontakt eingehalten werden. Sicheren Schutz für Angehörige bietet nur die Impfung gegen Hepatitis A.

Hepatitis B

In 90 Prozent der Fälle heilt eine akute Hepatitis-B-Infektion von selbst aus. Medikamente für die Behandlung der akuten Hepatitis-B-Infektion gibt es keine. Die chronische Hepatitis B hingegen kann mit einer antiviralen Therapie mit pegyliertem Interferon-alpha oder anderen antiviral wirkenden Medikamenten behandelt werden. Da auch bei einer erfolgreichen Therapie immer noch Erbgut von Viren in den Leberzellen vorhanden ist, bestehen kaum Chancen für eine wirkliche Heilung der chronischen Hepatitis B. Dank der Behandlung wird aber die Menge der Viren im Blut reduziert. So können schwere Komplikationen einer Leberzirrhose wie Blutungen oder Leberkrebs verhindert werden. Während einer erfolgreichen Therapie kommt es in den meisten Fällen zu einer Verbesserung der Leberfunktion und einem Rückgang der Leberfibrose. Bei Patienten mit fortgeschrittener Lebererkrankung (Zirrhose und/oder Leberkrebs) oder schwerer Hepatitis B kann eine Lebertransplantation durchgeführt werden.

Hepatitis C

Eine chronische Hepatitis-C-Infektion ist heute grundsätzlich heilbar. Bis vor kurzem war die Standardbehandlung eine Kombination von Interferon und Ribavirin. Diese Therapien sind körperlich und psychisch eine grosse Belastung. Gezielter und erfolgreicher wirken die neuen antiviralen Wirkstoffe, die mit und ohne Interferon und/oder Ribavirin eingesetzt werden, untereinander kombiniert werden können und hochwirksam sind.

Die neuen Hepatitis-C-Therapien sind kürzer und effizienter und haben weniger Nebenwirkungen. Die Belastung der Patienten durch die Therapie ist deutlich gesunken. Dadurch steigt die Chance auf Heilung deutlich. Das stimmt ebenso für die schwierig zu therapierenden Patienten mit Leberzirrhose, HIV/HCV-Koinfizierte und Lebertransplantierte.

In den letzten Jahren wurden verschiedene sogenannte Direct-Acting Antiviral Agents (DAAs) entwickelt, die direkt auf den Lebenszyklus des Hepatitis-C-Virus einwirken. Diese Medikamente hemmen verschiedene virale Eiweisse (Protease, Polymerase oder das NS5A-Eiweiss) und verhindern, dass sich die Viren in der Leberzelle vermehren und andere Zellen angreifen können.

Ende 2011 wurden als erste Vertreter der DAAs in der Schweiz für den Genotyp 1 zwei Proteasehemmer zugelassen. Der Genotyp 1 kommt mit fast der Hälfte aller Infizierten in der Schweiz am häufigsten vor und war bisher schwierig zu therapieren. Die ersten Proteasehemmer, die noch mit Interferon und Ribavirin kombiniert werden müssen, brachten in dieser Hinsicht eine Verbesserung der Heilungsraten. Allerdings waren die Nebenwirkungen schwerwiegend. Dies besserte sich mit DAAs der zweiten Generation. Das erste Medikament, ein Polymerasehemmer, wurde im Sommer 2014 zugelassen. Weitere folgten. Die neuen Medikamente haben den Vorteil, dass sie nur ein- bis zweimal täglich eingenommen werden müssen, deutlich weniger Nebenwirkungen verursachen und dass die Therapiezeiten stark verkürzt wurden. Die neuen Medikamente können auch untereinander kombiniert werden, so dass interferonfreie Therapien heute Standard sind.

In klinischen Studien konnten dank der neuen Medikamente mehr als 90 Prozent der Patienten mit Hepatitis C geheilt werden, und dies mit deutlich weniger Nebenwirkungen. Wegen der grossen Zahl von Betroffenen und der hohen Behandlungskosten hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Verschreibung der Medikamente mit einer sogenannten Limitatio eingeschränkt. Seit dem 1. Juli 2017 ist ein erstes Medikament ohne Einschränkungen verfügbar, es wirkt gegen die Genotypen 1 und 4. Bei den anderen Medikamenten werden die Behandlungskosten von den Krankenkassen nur übernommen, falls bereits ein mittelschwerer Leberschaden oder eine Leberzirrhose vorliegt, oder bei seltenen Komplikationen wie Gefässentzündungen oder Nierenerkrankungen.

Insgesamt ermöglichen die neuen Medikamente erstmals eine Perspektive, die bisher undenkbar schien: die Möglichkeit, Hepatitis C in absehbarer Zeit weltweit auszurotten und damit Millionen von Menschenleben zu retten.

Beratung für Menschen mit Hepatitis C bietet die Schweizerische Hepatitis C Vereinigung an: www.hepc.ch, info@hepc.ch.