Hepatitis B

Eine akute Hepatitis-B-Infektion heilt in 90 Prozent der Fälle von selbst aus. Medikamente zur Behandlung der akuten Infektion gibt es keine. Eine chronische Infektion muss behandelt werden, wenn sie voranschreitet: Die Behandlung erfolgt in der Regel mit antiviralen Medikamenten (Nukleosid- und ­Nukleotidanaloga) oder mit pegyliertem Interferon.

Ziel ist, die Viren langfristig zu unterdrücken und die Leberwerte im Blut zu reduzieren. Die Therapie dauert je nach Verlauf zwischen sechs bis zwölf Monaten (Interferon) und mehreren Jahren (Nukleotid-/Nukleosidanaloga). Bei einem milden Verlauf reichen regelmässige Kontrollen durch den Arzt.

Weitere Informationen

Hepatitis C

Das Ziel der Behandlung ist die Heilung. Damit sollen Folgeerkrankungen, insbesondere HCV-assoziierte Lebererkrankungen und schwere extrahepatische Manifestationen, verhindert werden. Die neuen, direkt wirkenden Substanzen, die Direct-Acting Antiviral Agents (DAAs), die ohne Interferon auskommen, sind vom Bundesamt für Gesundheit limitiert worden. Einerseits in Bezug auf das Krankheitsstadium (Beschränkung auf die Fibrosestadien F2, F3 und F4 und extrahepatische Manifestationen), andererseits in Bezug auf die Verschreibung: Hepatologen, Gastroenterologen, Infektiologen und einige Suchtmediziner, die Erfahrung in der Behandlung von Hepatitis C haben (Liste hier), können diese teuren Medikamente verschreiben. Seit dem 1. Mai 2017 erhalten zudem mit HIV- oder HBV-koinfizierte Patientinnen und Patienten die Therapie von der Krankenkasse vergütet sowie intravenös Drogenkonsumierende. Weiter erhalten Personen, bei denen die Ersttherapie nicht angeschlagen hat, die Medikamente von der Kasse bezahlt. Eine Behandlung dauert 8, 12 oder 24 Wochen. Kostenpunkt rund 32’000 bis 120’000 Franken.

Mehr Informationen finden Sie unter: www.compendium.ch oder www.swissmedicinfo.ch

Behandlungsguidelines:
Behandlungsempfehlungen SASL und SSI: https://sasl.unibas.ch/6SASLguidelines.php
Empfehlungen der europäischen Lebergesellschaft EASL: EASL-Empfehlungen zu Hepatitis C

App:
Der HCV-Advisor unterstützt bei der Behandlung von Hepatitis C. Aufgrund von Informationen über den Patienten und den Virus gibt die App Behandlungsoptionen an. Diese basieren auf den SASL/SSI-Guidelines.
Zum HCV-Advisor.

Import von Lizenzprodukten für den Eigengebrauch

Hepatitis-C-Betroffene aus der Schweiz können auf legalem Weg Hepatitis-C-Medikamente zum Eigenbedarf per Versand importieren. Dieser Weg, zu einer Therapie zu kommen, wird seit einiger Zeit hauptsächlich von Betroffenen genutzt, denen die Kostenübernahme durch ihre Krankenkasse versagt bleibt. In der Schweiz haben bereits einige Patienten davon Gebrauch gemacht. Dafür brauchen die Betroffenen ein spezialärztliche Abklärung, ein Rezept auf Englisch sowie die Begleitung und Kontrolle durch einen auf Hepatitis C spezialisierten Arzt. Um zu verhindern, dass Betroffene Medikamente aus unsicherer Quelle und ohne ärztliche Begleitung bestellen und einnehmen, haben wir eine Anleitung erstellt. Einen sicheren und kontrollierten Weg, der auch von einer wissenschaftlichen Studie begleitet wird, bietet der australische FixHepC Byers Club (http://www.fixhepc.com/).

Anleitung (PDF)